
Bitte beachten Sie, dass dies meine persönlichen Erfahrungen mit dem Ehlers-Danlos-Syndrom, den Behandlungen und dem Weg zur Diagnose sind und daher nicht als medizinischer Rat verstanden werden sollten. Mir ist bewusst, dass manche Beschwerden nur indirekte Symptome von EDS sind, aber auch diese tragen zum Gesamtbild und meiner Erfahrung mit der Erkrankung EDS bei.
Kompressionsstrümpfe waren meine ersten Hilfsmittel. Bei EDS sind die Muskeln oft so angespannt, dass sie instabile Gelenke kompensieren und schnell überlastet werden. Die Knöchel sind oft zuerst und am stärksten betroffen, ebenso die Beinmuskulatur, was zu schweren Beinen führt. Das habe ich schon lange vor der EDS-Diagnose gespürt und darunter gelitten. Auf der Suche nach Linderung für schwere Beine stößt man schnell auf Kompressionsstrümpfe.
Als ich sie zum ersten Mal ausprobierte, eröffnete sich mir eine völlig neue Welt. Die Kompression verschaffte mir so viel Linderung, dass mir erst jetzt bewusst wurde, wie verspannt mein ganzer Körper war. Ich trug zwar kniehohe Kompressionsstrümpfe, wünschte mir aber Kompression für meine gesamten Beine und nicht nur für meine Muskeln. Sie gaben meinen Gelenken zwar keinen Halt, aber es fühlte sich an, als würde die Spannung meine Knöchel zusammenhalten, und ich wünschte mir Kompression für meine Knie, Hände usw.
Meiner Meinung nach sollte die Kompressionstherapie die erste Wahl bei EDS sein. Sie ist nicht sehr invasiv und verschafft viel Linderung. Leider hat sie auch Nachteile. Oberschenkelhohe Strümpfe werden von einem Silikonrand gehalten, der ein Durchhängen verhindern soll. Das führt schnell zu Reizungen, da Menschen mit EDS ohnehin empfindliche Haut haben. Kompressionshöschen sind schwer anzuziehen und erschwerten die Behandlung meiner überaktiven Blase. Der Körperteil hat normalerweise keine Kompressionsfunktion und stützt daher die Hüfte nicht. Große Gelenke sind mit Kompression bereits schwieriger zu behandeln. Hand- und Fingerkompression verschafft viel Linderung, und Handschuhe sind frei erhältlich. Fingerlose Handschuhe haben bei mir nicht funktioniert und Vollhandschuhe sind für alltägliche Aktivitäten oft unbequem, da ich bereits wenig Kraft in meinen Fingern und Händen habe.
Kniehohe Kompressionsstrümpfe begleiten mich seit über 35 Jahren täglich. Dank der offenen Zehenpartie sind sie noch recht einfach anzuziehen. Sie haben zwar auch einen Silikonnoppenrand, aber die Haut an meinen Unterschenkeln ist etwas weniger empfindlich als an meinen Oberschenkeln. Im Sommer habe ich manchmal Reizungen und muss meine Haut gut pflegen. Ich bekomme zwei Paar pro Jahr erstattet, was nicht viel ist, aber die Qualität ist recht gut und der Preis angemessen. Die Strümpfe ziehe ich morgens als Erstes an und als Letztes aus.